Weitere Ausstellungs-Standorte und Kooperationen

Willibrordi-Dom

Großer Markt, 46483 Wesel
Tel. 0281 - 28905

www.kirche-wesel.de

www.dombauverein-wesel.de

Öffnungszeiten:
Ostern bis 31. Oktober:
Dienstag – Sonntag 14:30 - 17:00 Uhr
Mittwoch + Samstag 10:00 - 12:00 Uhr
November bis Ostern:
Dienstag - Freitag 14:30 - 17:00 Uhr
Mittwoch + Samstag 10:00 - 12:00 Uhr

Foto: Dießenbacher Informationsmedien

Das Licht fällt auf die Menschen – Gedanken zu einer Riss-Skulptur im Willibrordi-Dom Wesel

01. Juni bis 11. Juli 2008

Kreitner

Die Kombination einer transparenten Lichtskulptur mit einer Riss-Skulptur aus Papier von Petra Ellert war im Rahmen der Ausstellung „Der Weg des Lichtes“ des Niederrheinischen Kunstvereins im Willibrordi-Dom Wesel zu sehen.

Das Papier der Riss-Skulptur mit seiner weißen, fast jungfräulich wirkenden Leichtigkeit bildet einen Gegensatz zu der anthrazitfarbenen Schwere des Bodens.

Papiere und Formen überlagern sich, bilden eine kreisförmige Bodenskulptur, bei der die räumliche Überlagerung im äußeren Bereich besonders auffällt. Die Risskanten bilden sogar wiederum einen eigenen Raum.

Die Überlagerung an den Risskanten kann rein zufällig durch eine Luftbewegung, z. B. einen kleinen Windstoß durch die geöffnete Kirchentür hervorgerufen werden. So können neue, kleine variable Räume entstehen.

Hier zeigt sich, dass Papier für Petra Ellert nicht einfach Material zum Beschreiben und zum Bedrucken, also Träger von Information ist, sondern ein Stoff, in den träumerische Illusionen, leise Wünsche, stille Zärtlichkeit hineingedacht werden können. Mit der Stille des Kirchenraumes kommen meditatives Verweilen und Kontemplation hinzu. Verspielte Gedanken, flatterhaft wie das Papier, werden freigesetzt, lassen die „Leichtigkeit des Seins“ erahnen, lassen Zeit und Raum vergessen.

Mit Petra Ellerts fragiler Papierskulptur entfaltet sich ein Raum im Raum, der Zeit, Raum und Gedanken miteinander verschmelzen lässt.

Die gerissenen Formen aus Papier können als Kreis von menschlichen Figuren gedeutet werden, die hier eine Gemeinschaft bilden. Auf die fällt das Licht fällt, und wir werden an den Text des Johannes-Evangeliums (8, 12) erinnert, die wir als Worte Jesu kennen:

„Ich bin das Licht, ich bin der Glanz der Welt. Ich mache sie leuchten, und wer mir folgt, wird nie mehr in der Dunkelheit sein, weil er das Licht des Lebens hat.“ (in der Übersetzung von Walter Jens)

Von Zeit zu Zeit fällt ein roter Schatten, der beim Durchdringen der roten Farbkomposition auf transparenter Folie entsteht, auf das weiße Papier. Es ist ein zarter Schatten ohne dramatische Lichteffekte. Bei jeder Veränderung der Stärke des Lichts verändert sich auch dieser rote Schatten und wird heller oder dunkler und kann sogar heller sein als seine Umgebung und damit leuchten. So entsteht zeitweise zusätzlich zur Boden-Raum-Skulptur ein eigener Farbraum.

In ihrer Komposition stellt sich die rote Lichtskulptur als chaotisch und energiegeladen vor. Sie strahlt Wärme aus, die selbst das kalte Weiß des Papieres für ein paar Momente wärmer erscheinen lässt.

Jörg Happel, 2008

Neue Raumerfahrungen im Willibrordi-Dom mit „Fenestra“ von Norvin Leineweber

Kreitner

Fenestra, 2009 Holz, Marmorputz 240 cm x 240 cm, Foto: Jörg Happel

In Anlehnung an Flügelaltäre, die einst auch den Willibrordi-Dom zierten, schuf Norwin Leineweber ein speziell für diesen sakralen Ort angefertigtes Relief mit dem Titel “Fenestra“, das mit seinem minimalistischen Charakter eine Verbindung zum „Weseler Altar“ von Ben Willikens aufnimmt, da es ebenso neue Wahrnehmungen des Endlichen und des Unendlichen zulässt.

Man kann den neugotischen Sakralbau Willibrordi-Dom in Wesel unter verschiedenen Aspekten betrachten:

Man kann ihn als einen Raum ansehen, in dem Menschen in eine Beziehung zur göttlichen Dimension, zur unendlichen Transzendenz Gottes treten können, die Raum und Zeit übersteigt und den Menschen über seine eigenen Grenzen hinaus mit dem Bereich des Jenseits in Berührung bringt.

Man kann ihn als einen Raum ansehen, in dem der Geist Gottes anwesend ist, der eine Begegnung mit dem Heiligen, mit Gott möglich macht.

Man kann ihn als einen Raum des Wandels ansehen, in dem neue persönliche Erfahrungen gemacht werden können und in dem neue Deutungen von Wirklichkeit möglich werden.

Für viele ist er ein Raum, in dem auch dem menschlichen Bedürfnis nach Ordnung und Geborgenheit Rechnung getragen wird und in dem der Mensch Antwort auf die Frage erwartet, was dem Leben Sinn, Richtung und Ziel verleiht.

Sakrale Architektur als „gebauter Sinn" braucht auf der einen Seite Ordnung, die das Beständige, das Unveränderliche symbolisiert. Auf der anderen Seite soll sie auch Richtung aufzeigen, die mit Unterwegssein in der Zeit und dem Aufbruch zu neuen Zielen in Verbindung gebracht werden kann.

Hier ergibt sich eine Schnittstelle zur modernen Kunst, die seit einiger Zeit den gotischen Gottes-Raum Willibrordi-Dom mit anderen Sichtweisen konfrontiert.

Parallel zur Ausstellung „Die Läden des Louis Albert Necker" des Niederrheinischen Kunstvereins in der Galerie im Centrum wurde von Ende August bis Ende Oktober 2009 in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel das Relief „Fenestra" des Aachener Künstlers Norvin Leineweber so an der vorderen rechten Vierungssäule des Domes angebracht, dass es der Gemeinde zugewandt war.

Folgt man dem Satz von Paul Klee „Kunst gibt nicht Sichtbares wieder, sondern macht sichtbar", so gilt dies vor altem für dieses Kunstwerk im sakralen Raum Norvin Leineweber versucht in die Beschäftigung m it der Wahrnehmung und Darstellung von Raum das Wesen des Raums - neu - zu ergründen. Dabei wer den einerseits Sehgewohnheiten durchbrochen, andererseits der Blick für das, was schon immer sichtbar war, neu geschärft.

Der Künstler sieht Raum als einen Beziehungsraum an. Für ihn ist Raum 'gewissermaßen die Form der Beziehung von Ich und Welt und von Hier und Jetzt auf ein Unendliches'.

Mit der Anmutung an die alte Form des Flügelaltars, verbunden mit der Möglichkeit mit dem endlichen und unendlichen Raum zu kommunizieren, wurde hier neben dem „Weseler Altar“ von Ben Willekens ein weiterer Versuch gewagt den Flügelaltar als Bildform neu zu deuten, aber auch die Frage nach seinen liturgischen Möglichkeiten neu zu stellen.

Durch die temporäre Ausstellung des Reliefs „Fenestra" konnte man einen Teil des Willibrordi-Domes anders sehen und erleben: als Raum Gottes, der unendlich und endlich, unnahbar und nah, unbekannt und bekannt ist - wie Gott selbst.

Jörg Happel, Kurator, 2009

Die Plastik "Die bessere Hälfte" von Angelika Summa im sakralen Raum

Kreitner

Parallel zur Ausstellung „HartWare“ mit Werken von Angelika Summa im Städtischen Museum Wesel war vom 9. September bis zum 23. Oktober 2011 in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Wesel im Willibrordi-Dom in direkter Korrespondenz zum „Weseler Altar“ von Ben Willikens die Großplastik „Die bessere Hälfte“ aufgestellt.

Was Künstlerinnen in ihren Arbeiten weglassen oder nicht zeigen, was wie Fragment aussieht, macht uns eher unsicher, vielleicht sogar ängstlich, weil wir gedanklich etwas mit Bedeutung füllen oder etwas vollenden sollen, aber ggf. nicht in der Lage sind, den offenen Raum – den Freiraum – zu nutzen. Gedanklich und gefühlsmäßig könnte eine Leere entstehen, mit der man nicht zurecht kommt, weil nichts nachkommt.

Viele Menschen kompensieren einen Zustand der inneren Leere mit Betriebsamkeit oder anderen Formen der Ablenkung. Um dann wiederum in einen Zustand der Langeweile zu versinken.

Dabei könnte ein Denken der Leere neue gedankliche und gefühlmäßige Dimensionen eröffnen.

Bei der Plastik "Die bessere Hälfte", die die nicht vollendete Form einer halben Kugelschale hat, hat man auch den Eindruck, dass etwas fehlt oder fehlen könnte.

Fragen tauchen auf: Kann die eine Hälfte überhaupt ohne die andere existieren? Zumal noch als bessere Hälfte !? Braucht man die sichtbare Hälfte zur Orientierung um das nicht Sichtbare entwickeln zu können?

Auch wenn das Kunstwerk unvollendet wirkt, hat das Vorhandene Struktur, ist Basis für Weiterentwicklung, enthält die Option für Ziele, Wünsche, Träume. Die Skulptur lädt zum Nachdenken und zur Meditation ein, lässt uns in der geistigen Ruhe aktiv werden.

Auch Architekten, Ingenieure und andere Künstlerinnen und Künstler haben sich ans Werk gemacht, um offene, transparente, fast unsichtbare oder "leere" Räume zu erfinden und zu bauen. Ausgeräumt bis aufs Nötigste.

Diesen Eindruck kann man auch bei der Betrachtung des "Weseler Altars" von Ben Willikens haben, in dessen Nähe die Bildhauerin Angelika Summa bewusst ihre Plastik "Die bessere Hälfte" gestellt hat.

Wie Diethelm Röhnisch ausgeführt hat, stellt der "Weseler Altar" "einen 'säkularen' Altar dar, da er die übliche theologische Frage bewusst offen lässt bzw. verändert. An die Stelle, an der traditionellerweise in der christlichen Ikonografie die Gestalt Christi oder das Kreuz erscheint, steht bei ihm ein 'leerer' Raum."

Dieser soll durch Fantasie und meditative Kraft des Betrachtenden ausgefüllt werden. Darin sehe ich eine mögliche Verbindung zwischen den beiden Werken.

Es gibt aber auch noch eine andere, die ästhetische Möglichkeit: der Betrachter der besseren Hälfte akzeptiert die Skulptur einfach in ihrer unvollendeten Form.

Jörg Happel, Kurator, 2011

Pfarrgemeinde St. Clemens

Dorfstraße 19, 47546 Kalkar Wissel
Tel. Pfarrbüro: 02824 - 6587

www.stclemens-wissel.de

Öffnungszeiten:
Montag, Freitag 09:00–11:00
Mittwoch 15:00–17:00

Foto: Wikipedia

Moderne Kunst in alter Kirche

Kreitner

Der Düsseldorfer Künstler Thomas Kohl zeigt in der St.-Clemens-Kirche Wissel zwei religiös-motivierte Werke. Vorbild für die Auferstehungsbilder war ein Teil von Matthias Grünewalds Isenheimer Altar.

KALKAR-WISSEL Das Zusammenspiel von Kunst und Kirche passt - zumindest prinzipiell. Seit Jahrhunderten gehen sie Hand in Hand. Aber passt auch neue Kunst in alte Kirchen? Darüber gibt es geteilte Ansichten. In der St. Clemens-Kirche in Wissel laden bis in die Woche nach Ostern zwei mit mineralischen Farben bemalte Glasscheiben ein, sich selbst ein Bild davon zu machen. Dies ist bereits das dritte Kunstprojekt, das seit der Wiedereröffnung der Kirche dort ausgestellt wird.

Thema Auferstehung

Die in Rot-, Braun- und Blautönen gehaltenen Kunstwerke scheinen auf den ersten Blick keinen sakralen Bezug zu haben. Auf den zweiten Blick hingegen vermag der Betrachter durchaus eine Verbindung zwischen dem romanischen Kirchenbau mit dem gotischen Chor und den in der Vierung installierten Kunstwerken von Thomas Kohl entdecken. Denn die beiden Werke des Düsseldorfer Künstlers, der bis Sonntag auch noch eine Ausstellung im Kalkarer Museum hatte, sind zwei von dreimal zwei Bildern, die er zum Thema Auferstehung gefertigt hat.

Pate stand für diesen Teil des Werkes der untere Rand der Auferstehungsszene aus dem zu Beginn des 16. Jahrhunderts gefertigten Isenheimer Altar des Malers Matthias Grünewald. Alles Gegenständliche hat Kohl aus seinen Bildern verbannt. Der „Auferstandene" schwebt außerhalb der Betrachtungsebene. Das leere Grab lässt sich in seinen Konturen an unterschiedlichen Stellen innerhalb beider Teile der Szene ansiedeln.

Kreitner

Wie die Glasbilder auf den Betrachter wirken, wird dabei in starkem Maße vom Licht beeinflusst. Während sie im leichten Schein der Leuchtstoffröhren fast ein wenig grell leuchten, offenbaren sie im natürlichen Tageslicht sehr viel mehr Wärme und andere Konturen. Die unterschiedlichen Effekte kann der Besucher dabei gerne selbst ausprobieren und einfach mal die künstliche Beleuchtung aus der Steckdose ziehen.

„Bilder können immer auf zwei Arten wirken, entweder sprechen sie die Menschen an oder nicht", ist Pfarrer Bartholomäus Kalscheur, der bei der Installation der Kunstwerke selbst mit angepackt hat, überzeugt. Auf jeden Fall seien sie, so oft man an ihnen vorbei laufe, eine Einladung. Für die Dauer der Ausstellung sind vier Stationen des Kreuzwegs innerhalb der Kirche umgehängt worden. Aber das Auferstehungsmotiv passt genau an diese Stelle, fügt sich nahtlos in den Kontext der 14 Stationen des Kreuzwegs ein, der traditionell bei der Grablegung und damit vor der Auferstehung endet.

Ob die modernen Bilder in den alten Kirchenbau passen, muss letztlich jeder Besucher selbst für sich entscheiden, aber Jörg Happel vom Niederrheinischen Kunstverein hält sie für eine Bereicherung: „Die Veränderung innerhalb der Kirche schafft durch die Durchbrechung der Gewohnheit ein neues Bewusstsein, um den Raum wahrzunehmen."

VON GUIDO SCHWARTGES

Betrachtungen zur Ausstellung "Gesammelte Welten"

Sonntag, 22. Mai bis Sonntag, 19. Juni 2011

Kreitner

Der Moerser Künstler André Schweers stellt in der Stiftskirche St. Clemens in Wissel unter dem Titel "Gesammelte Welten" Werkgruppen aus, die bei seiner Ausstellung „landeinwärts“ im Städtischen Museum Kalkar nicht gezeigt wurden.

André Schweers sieht sich als Bildhauer, der nicht die traditionellen Materialien wie Stein, Metall und Holz benutzt, sondern eine Papiermasse, die ihm mit ihren Materialeigenschaften die Möglichkeiten gibt, abstrahierend Aspekte des Archivierens und Konservierens darzustellen.

Sie sehen 7 stark pigmentierte Papierguss-Arbeiten aus der "Bibliotheca conservata", die Arbeit "Prolog" aus der Serie der "Folianten" und die weiße Objektarbeit "Geordnete Welten".

Die Papierblöcke der "Bibliotheca conservata" lassen mit ihren senkrechten Reliefs an Schriften denken, ohne wirkliche Bücher zu sein.

Ihre Farbintensität, die von einem hellen Orange bis zu einem dunklen Rubinrot reicht, erinnert an Inkunabeln oder an handgeschriebene kostbare Bücher, die Speicher von Kultur, Religion und Wissen sind.

Die streng serielle Hängung wird durch die unterschiedliche Farbigkeit der Werke teilweise wieder aufgehoben, da Farben, die Aktivität, Dynamik und Energie ausdrücken, mit kühleren und erdigen kombiniert sind. Es entstehen Farbklänge, die harmonisch wirken, obwohl Farbkontraste zu sehen sind. Helle und dunkle, kalte und warme, Gegenfarben (z.B. Rot / Grün) wechseln sich ab. Auch die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen – belebt, reliefartig, glatt, offen, geschlossen – lassen dem Spiel von Licht und Schatten vielfältige Möglichkeiten.

Kreitner

Der Betrachter kann die Werke frontal auf sich wirken lassen; mit dem der Blick von der Seite eröffnen sich aber andere Farb- und Helligkeitswirkungen. Und er wird auch nahe herangehen, um tiefer und im Detail schauen zu können.

Die stark pigmentierten Arbeiten erzeugen eine Energiestrahlung, die von unserem Körper wahrgenommen wird; sie wirken auch auf unsere Seele, da sie eine Verbindung der rational geordneten Welt zum transzendenten Jenseitigen herstellen können.

Die Hängung von 7 Werken ist bewusst gewählt. Es gibt vielfältige Deutungsmöglichkeiten: Im frühen Christentum symbolisierte die „Sieben“ die Einheit von Göttlichem und Irdischem, da sie die „Drei“ der Dreieinigkeit und die „Vier“ der irdischen Himmelsrichtungen in sich vereinigte. Gleichzeitig stand die Zahl Sieben für die sieben Gaben des Heiligen Geistes, während der Leuchter für Christus selbst stand. In der Zahlsymbolik steht die Sieben auch für Vollständigkeit und Totalität. (In sechs symbolischen Tagen schuf Gott die materielle Welt und ruhte am siebenten Tag.) Die Sieben ist auch die Zahl des Kosmos und zwar in Zusammenfügung der Drei (geistiges Prinzip) und der Vier (Weltprinzip). Die Drei steht für Dynamik, die Vier für Raumordnung und Statik. Eine weitere Deutungsmöglichkeit: Die sieben Farben des Regenbogens symbolisieren verschiedene Bewusstseinsstufen.

Dieser Aspekt lässt sich auch auf die Anordnung der Werke "Prolog" und "Geordnete Welten" anwenden, bei der die pulsierende Farbigkeit im Gegensatz zur Kühle und Distanz durch eine in Blockform gebrachte Addition von kleinen weißen Schachteln steht. Hinzu kommt der Gegensatz von Buntheit und unbuntem weißem Bildraum.

Die eine große weiße Schachtel und die additive Ordnung von kleinen Schachteln folgen dem Prinzip von "Offen und Geschlossen" und thematisieren gleichzeitig den Aspekt von "Sammeln und Bewahren".

Die weiße Objektarbeit lässt allerdings für den Betrachter offen, welche "Welten" geordnet werden.

Der Betrachter kann sich geistig etwas vorstellen, das nicht zu seiner aktuellen Wahrnehmung gehört, er kann sich in eine mentale Welt versetzen lassen, in der er Vorstellungsbilder entwickelt, Gedanken treiben lässt, Phantasien nachgeht, aber auch Handlungsabläufen folgt. Er kann über das Gesehene, das Gedachte mit anderen kommunizieren und sich öffnen. Aber die meditative Wirkung der Werke kann auch zu einem Sich-Verschließen, zu innerer Einkehr, Ruhe und Stille führen.

Von Jörg Happel, 2011

Schloss-Ringenberg, Derik-Baegert-Gesellschaft e.V.

Schlossstraße 8, 46499 Hamminkeln
Tel. 02852 - 9229

www.schloss-ringenberg.de

Foto: Wikipedia, Von Mettwurst49 - Author's own work, edited by Sir Gawain, CC-BY-SA 4.0